Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der UN-Kinderrechtskonvention gibt es nun für Volksschulen in Niederösterreich eine Wanderausstellung. Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei mehr über ihre Rechte und Pflichten erfahren.

Seit mehr als 25 Jahren wird jedes Kind mit umfassenden Rechten geboren. Alle diese Rechte sind in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben – einem Vertrag, den fast alle Staaten der Welt ratifiziert haben. Die Kinderrechtskonvention formuliert weltweit gültige Grundwerte im Umgang mit Kindern und garantiert ihnen in einem völkerrechtlich bindenden Vertrag sowohl politische Bürgerrechte als auch kulturelle, wirtschaftliche und soziale Rechte.

Die NÖ Kinder & Jugend Anwaltschaft nahm das 30-jährige Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention zum Anlass, in Zusammenarbeit mit der Bildungsdirektion Niederösterreich eine Wanderausstellung der Kinderrechte für Niederösterreichs Volksschulen zu organisieren.

„Das Land schafft eine gute Basis – Gesetze und Regeln –, damit Kinder in Sicherheit und gesund aufwachsen können. Aber nur wer Regeln, Rechte und Pflichten kennt, kann sich dafür einsetzen und weiß, wann Unrecht geschieht. Es ist daher wesentlich, dass Kinder über ihre Rechte und Pflichten Bescheid wissen“, erklärt Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) den Anlass der Ausstellung.

Verständnis für Kinderrechte soll gefördert werden

Die Schule sei ein wesentlicher Lernort für Kinder. Der Inhalt von Kinderrechten könne im schulischen Kontext, aber auch im Alltag unter Anleitung von pädagogisch qualifizierten Personen gelebt werden, ergänzt die Leiterin des pädagogischen Bereichs der Bildungsdirektion Niederösterreich, Doris Wagner. Die Niederösterreichische Kinder- und Jugendanwältin Gabriela Peterschofsky-Orange nennt die „goldene Regel“ für den Umgang: „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg’ auch keinem andern zu.“

Das Verständnis der Kinder für Kinderrechte könne dadurch gefördert werden, indem die Wechselseitigkeit der Rechte erklärt wird, so Peterschofsky-Orange. Das bedeute, dass Regeln und Rechte nicht nur für das jeweilige Kind gelten, sondern auch für die anderen Kinder.

Die Kinderrechtskonvention beruht auf vier Prinzipien

Das Recht auf Gleichbehandlung: Kein Kind darf benachteiligt werden – sei es wegen seines Geschlechts, seiner Herkunft, seiner Staatsbürgerschaft, seiner Sprache, Religion oder Hautfarbe, einer Behinderung oder wegen seiner politischen Ansichten.

Das Wohl des Kindes hat Vorrang: Wann immer Entscheidungen getroffen werden, die sich auf Kinder auswirken können, muss das Wohl des Kindes vorrangig berücksichtigt werden – dies gilt in der Familie genauso wie für staatliches Handeln.

Das Recht auf Leben und Entwicklung: Jedes Land verpflichtet sich, in größtmöglichem Umfang die Entwicklung der Kinder zu sichern – zum Beispiel durch Zugang zu medizinischer Hilfe, Bildung und Schutz vor Ausbeutung und Missbrauch.

Achtung vor der Meinung des Kindes: Alle Kinder sollen als Personen ernst genommen und respektiert und ihrem Alter und Reife gemäß in Entscheidungen einbezogen werden.